Kochshows sind langweilig? Stimmt.
Chili con Cello – das ist wildes musikalisches Live-Cooking: vollreife Hits auf gespannten Saiten, getoppt von einer heißen Stimme mit einem Schuss scharfer Comedy.



Man nehme:

Fünf Stück klassische Cellisten (auch bekannt als Cello Mafia), die der Überzeugung sind, dass der Rock’n’ Roll dem Untergang geweiht ist. Ein Stück rebellische Rocksängerin der Sorte "Extrahot" (Ruth Kirchner, eine der bezaubernden String of Pearls), die wiederum Klassik für völlig überschätzt hält.

Alles vermengen und nach und nach 15 bis 18 Stück vollreife Hits der Musikgeschichte unter die Mischung heben (z.B. eine Scheibe Ravel‘s Bolero, eine Handvoll AC/DC oder wahlweise ein gut abgehangenes Stück Swing ...).

Die brodelnde Mischung mit einem Schuss hochprozentiger klassischer Orchester-Arrangements flambieren. Eingefrorene Klischees auftauen, ins Kreuzfeuer schmeißen und das Ganze mit einer großzügigen Prise Selbstironie abschmecken.

Ein bis zwei Stunden köcheln lassen – bis die Luft brennt. Serviert wird diese Musik-Comedy-Show hot & spicy, mit kleingehackten Schoten und jeder Menge Geschmacksverstärker.


SPICY!

Viele musikalische Rezepte, die in die Annalen der Popgeschichte eingehen, entspringen einer einfachen aber im Nachhinein meist genialen Idee. So auch Chili con Cello. „Madame Chili“ alias Ruth Kirchner hatte die große Rockkarriere schon länger an den Nagel gehängt. Zu viel Stage-Diving, zu viel Getöse. Auf ihren ausgiebigen Streiftouren über viele Kleinkunst bühnen traf sie die Cello Mafia: fünf klassische Cellisten ohne Furcht und Tadel.

Interessanter Sound, super Humor und nicht so laut wie eine Rockband! Doch Madame Chili hatte schon eine Idee, was das Ganze noch toppen könnte: ein bisschen stimmlicher Pfeffer. Ganz besonders gefiel ihr, dass sich die fünf Streicher auf eigenen musikalischen Pfaden bewegten, Pfade, die orchestertreue Klassiker niemals betreten würden.



Und so kam es: Sie kollaborierte mit der anderen Saite. Bald war das neue Projekt geboren und die Cellisten bereit, sich auf das Wagnis mit einer Sängerin einzulassen. Sehr spannend! Und ein Wagnis war es allemal, schließlich haben wochenlange Recherchen in der virtuellen Welt ergeben: Eine Sängerin, die von fünf klassischen Cellisten begleitet wird, das ist neu! Nicht ohne Grund: Die musikalischen Codes von Cellisten und einer Rocksängerin wollen erst mal geknackt werden.

Für alle Beteiligten eine große Herausforderung. "Madame" musste lernen, in Taktzahlen und Notensprache zu kommunizieren und fünf Celli zu unterscheiden. Die klassischen Cellisten studierten erst mal das A & O des Rock und Pop, können inzwischen jedoch eine Bridge von einem Refrain unterscheiden und haben auch gelernt, dass "Groove" keine Frage der Notierung ist.



Glücklicherweise lieben es alle, die Grenzen des Gewohnten zu sprengen, Klischees über den Haufen zu werfen und alles mit einer Prise Selbstironie zu würzen. Und so waren sie bald auf einem guten Weg und hoffen nicht nur insgeheim, tausende von André Rieu-Fans hinterhältig in ihre Shows zu locken und auf ihre Saite zu ziehen. Außerdem: Live spielen ist die Devise. CDs kauft doch eh keiner mehr.